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Berlin, 27. September 2020. Caritas-Präsident Peter Neher zum heutigen Tag des Migranten und des Flüchtlings: 

"Am heutigen Tag des Migranten und Flüchtlings sind meine Gedanken mit allen Menschen auf der Flucht. Viele fürchten um ihre Zukunft und die ihrer Kinder, leben unter menschenunwürdigen Bedingungen, wissen nicht weiter. Keine und keiner von ihnen hat sich leichten Herzens auf den Weg gemacht; Krieg, Verfolgung und Perspektivlosigkeit haben sie dazu getrieben.

Deshalb schmerzt es mich umso mehr, dass die europäische Migrationspolitik ihren Fokus auf Abwehr und Abschottung legen will. Diese Sprache spricht zumindest der Entwurf, den die EU-Kommission für eine neue EU-Asyl- und Migrationspolitik diese Woche vorgelegt hat. Handelt es sich bei Migrant_innen und Flüchtlinge mittlerweile denn nur noch um lästige Eindringlinge und namenlose Zahlen, die gesenkt werden müssen? Das legen die Praxis und die Diskussionen der vergangenen Jahre nahe, mit furchtbaren Folgen für viele Menschen in den Lagern auf den griechischen Inseln, aber auch andernorts.

Der Plan der Kommission droht, inhumane Haltungen zu zementieren. Solidarität und Menschlichkeit sehen anders aus. Es kann aber nicht unser Ziel sein, das Leben in der EU für geflüchtete Menschen aussichtslos zu gestalten und ihnen damit jede Hoffnung zu nehmen. Das ist nicht das Europa, in dem ich leben will. Ich wünsche mir ein menschliches Europa."

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