Fotoausstellung „Mit anderen Augen – Wohnungslosigkeit sichtbar machen!“ vom 11.09. bis 29.09.2026 im Rathaus

Im Rahmen des bundesweiten Tags der wohnungslosen Menschen am Freitag, den 11. September 2026 wird zum Thema Wohnungslosigkeit um 10 Uhr eine Fotoausstellung im Rathaus eröffnet.

Die Ausstellung wird im Anschluss bis zum 29. September 2026 für alle Interessierten dort während der Öffnungszeiten zugänglich sein. Zur Eröffnung wird die Schul- und Sozialreferentin Frau von Vietinghoff-Scheel ein Grußwort sprechen. Erwartet wird der Bürgermeister Herr Spatz sowie einige Stadträt:innen.

In Würzburg sind knapp 600 Personen von Wohnungslosigkeit betroffen und erhalten von der Kommune sogenannten Verfügungswohnraum. In den letzten Jahren hat sich diese Zahl beinahe verdoppelt. Relevant ist die Verteilung: Fast 30 % der erfassten Menschen sind Kinder und Jugendliche. 42 % leben als Familie, 26 % sind Alleinstehende. Die Geschlechterverteilung liegt bei rund 54 % Männern und rund 46 % Frauen.

Darüber hinaus leben ca. 300 Menschen, die eigentlich auszugsberechtigt sind, weiterhin in Gemeinschaftsunterkünften, obwohl sie aufgrund ihres Aufenthaltstitels in eine eigene Wohnung ziehen dürften.

Weiterhin kommt noch eine Dunkelziffer hinzu, also Personen, die bei Freunden oder Bekannten auf dem Sofa, auf Campingplätzen oder in Gärten vorübergehend unterkommen. Wir gehen deshalb von über 1000 Menschen in Würzburg aus, die wohnungslos sind, also über kein gesichertes Mietverhältnis verfügen. Das sind fast 1 % der Bevölkerung in Würzburg.

Der häufigste Grund, warum Menschen ihre Wohnung verlieren, ist, dass sie sich die Miete nicht mehr leisten können. Strukturelle Probleme, wie etwa fehlender bezahlbarer Wohnraum und Diskriminierungserfahrungen bei der Wohnungsvergabe, erschweren die Wohnungssuche.

Unter dem Motto „Mit anderen Augen – Wohnungslosigkeit sichtbar machen“ widmet sich die Fotoausstellung dem Thema Wohnungslosigkeit in Würzburg und versucht, die Menschen ins Licht zu rücken. Wohnungsnot ist längst eine der drängendsten sozialen Krisen unserer Zeit und dennoch wird häufig weggeschaut. Wohnungslosigkeit findet mitten unter uns statt, doch viele Menschen bleiben unsichtbar oder werden bewusst übersehen. Durch eindrucksvolle Fotografien möchten wir die Geschichten und Herausforderungen der betroffenen Menschen sichtbar machen und ein Bewusstsein für diese gesellschaftliche Problematik schaffen.

Über eine Zeit von drei Monaten hat die Fotografin Sabine Hartl wohnungslose Menschen aufgesucht und ihre Lebenssituationen fotografisch festgehalten. Entstanden sind 12 großformatige aussagekräftige Portraits. Ein Foto zeigt, anonymisiert, einen Familienvater, der von der Caritas Wohn-Sozial-Beratung im Rahmen des Projekts fit for move family unterstützt wird.

15 Fotos im DIN A3 Format, die von zwei Betroffenen im Stadtgebiet gemacht wurden, zeigen deren Perspektive und runden die Ausstellung ab.

Denn Hinschauen bedeutet: Anerkennen, dass Wohnungslosigkeit kein Randphänomen ist, sondern eine gesellschaftliche Realität, die uns alle etwas angeht. Aktiv werden bedeutet: Verantwortung übernehmen – in der Zivilgesellschaft, in der Politik, in sozialen Angeboten und Initiativen.

Die Ausstellung ist eine Kooperationsveranstaltung von: Fachbereich Soziales der Stadt Würzburg, Streetwork Würzburg, Bahnhofsmission, Christophorus Gesellschaft, Oberzeller Franziskanerinnen, Caritas Wohn-Sozial-Beratung

Mit-Anderen-Augen_Ausstellung_Faltflyer

Holger Faust / Fachbereich Soziales, Stadt Würzburg

Ausstellung zum Tag der Wohnungslosen im Würzburger Rathaus. Foto: Sabine Hartl